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ie Straße in der ich wohne

800 Kinder beschrieben in einem einzigartigen Projekt ihren Kiez. Sie schimpfen über Hundekot auf dem Gehsteig, haben Angst vor Punkern und wären froh, wenn der Baustellenlärm endlich aufhörte.
Mit Unterstützung von Günes, einem Verein für interkulturelle Arbeit an Kreuzberger Grundschulen, besuchte der Sozialarbeiter Wolfgang Schenker 19 Kreuzberger Grundschulen.
Schüler von der zweiten bis zur sechsten Klasse schrieben freiwillig oder in Schulaufsätzen über ihre Straßen.
Herausgkommen ist eine Sammlung von Texten, die das ungeschönte Leben in Kreuzberg aus Kindersicht beschreiben.

Paria 11 Jahre (Fanny-Hensel-Grundschule)

Genau gegenüber von unserer Straße ist die größte Baustelle Europas, nämlich der Potsdamer Platz.
Wenn ich auf den Balkon gehe, kann ich die Bauarbeiter beobachten, wie sie arbeiten. Man hört täglich großen Lärm. Wenn man nur fünf Minuten auf dem Balkon ist, tun einem schon die Ohren weh.
Ab 18 Uhr hört der Krach ein bisschen auf. Früher gab es diese Baustelle gar nicht. Damals gab es einen riesengroßen Platz mit wunderschönen Pflanzen und Bäumen. Es gab da viele bunte Wohnwagen; meine Mutter sagte immer, darin wohnten die Zigeuner.
Neben der Köthener Straße 40 gibt es auch einen großen, umzäunten Platz. Früher hatten sie so etwas wie ein Zirkuszelt aufgestellt. Man konnte umsonst rein. Da wurde laute Musik gespielt und getanzt. Wenn man auf der Bühne Kunststücke machte, bekam man fünf Mark.